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Gartenteich anlegen – ein kleines Paradies für Mensch und Tier

Ein kleiner Gartenteich, auf dessen Seite ein Holzsteg entlangführt.

Mit einem Buch und einer Tasse Kaffee entspannt am eigenen Teich sitzen und den Vögeln lauschen. Diese Vorstellung entzückt das Herz vieler Gartenbesitzerinnen und -besitzer. Das Schöne ist: Wer einen Gartenteich anlegt, schafft gleich doppelten Erholungsraum. Nicht nur der Mensch findet zwischen Wasserpflanzen einen Ort der Ruhe, sondern auch verschiedene Tiere sowie Mikroorganismen. Wenn Sie einen Gartenteich anlegen möchten, gilt es jedoch einige Dinge zu beachten.

Wie legt man einen Gartenteich an?

Grundsätzlich können Sie einen Gartenteich in sechs Schritten anlegen:

  1. vorbereiten und planen
  2. Erdreich ausheben
  3. Teichbehältnis der Wahl einlassen
  4. alles einsenken
  5. Teichbepflanzung vornehmen
  6. Wasser hinzufügen

Die Planung des Teichs nimmt vergleichsweise viel Zeit in Anspruch. Sie kann aber helfen, spätere Fehler zu vermeiden.

Gartenteich anlegen – welcher Teich darf es sein?

Bevor es losgeht, stellt sich die wichtige Frage, was Sie sich von Ihrem Gartenteich erhoffen. Natürlich soll er Teil einer ansehnlichen Gartengestaltung sein und für Sie als Erholungsraum dienen. Doch möchten Sie darin schwimmen? Oder soll er ein Ökosystem für eine möglichst große Artenvielfalt werden?

Gleichfalls sollten Sie den Stil Ihres Gartens berücksichtigen. Pflegen Sie eher einen Naturgarten? Dann schmiegt sich ein formloser Teich harmonisch ein. Hat Ihr Garten eher symmetrische Züge? Dann sollten Sie darüber nachdenken, Ihren Gartenteich ebenfalls symmetrisch anzulegen.

Wann ist die beste Zeit, um einen Teich anzulegen?

Die beste Zeit, den eigenen Garten um einen Teich zu ergänzen, ist der Frühling. Das, was das Nass zu einem kleinen Ökosystem macht, sind die Pflanzen. Nach dem Frühling haben sie noch eine ganze Vegetationsperiode Zeit, um ein biologisches Gleichgewicht aufzubauen. Dieses ist für einen naturnahen Teich wichtig, der viel Freude und wenig Arbeit macht. Darüber hinaus ist der Gartenboden im März oder April nicht mehr allzu hart. Das macht das Ausheben der Erde einfacher. Zwar können Sie einen Gartenteich auch im Herbst anlegen. Dann sollten Sie aber mit der Bepflanzung bis zum nächsten Frühjahr warten.

Gartenteich anlegen – der richtige Standort

Den richtigen Standort im Garten bietet eine Stelle mit einem ausgewogenem Verhältnis von Sonne und Schatten. Der Naturschutzbund (NABU) empfiehlt idealerweise zwei bis drei Schattenstunden täglich. Zu viel Sonne erhitzt das Wasser, lässt es verdunsten oder stört den Sauerstoffhaushalt. Das ist für Pflanzen und andere Organismen des Teichs schädlich. Darüber hinaus bilden sich bei dauerhafter Sonneneinstrahlung vermehrt Algen, die das Ökosystem des Gartenteichs durcheinanderbringen. Bei großen Teichen kann beispielsweise eine limitierte Anzahl an Seerosen Abhilfe schaffen. Nadelbäume oder Schilf funktionieren ebenso.

Am grünen Teichufer wächst der Rohrkolben. © CC0 / Couleur

Rohrkolben und Schilf spenden Schatten im Gartenteich.

Das Stück, auf dem der Gartenteich angelegt werden soll, sollte möglichst eben sein. So verhindern Sie, dass der Teich bei Regen über die Ufer tritt. Außerdem verweist der NABU darauf, wie viel Spielraum für Artenvielfalt verloren geht, wenn ein Teich direkt an der Wasserkante aufhört: „Wie in der großen Natur außerhalb des Gartenzauns bietet sich im Anschluss zum Beispiel eine vom regenbedingten Teichüberlauf gespeiste Sumpfzone an, eine kleine Feuchtwiese mit Schachbrettblumen und in einem großen Garten auch ein Weiden- oder Faulbaumgebüsch.“

Die verschiedenen Zonen eines naturnahen Teichs

Ein Gartenteich besteht optimalerweise aus vier Zonen: Uferzone, Feuchtzone, Sumpfzone und Tiefenzone. Planen Sie entsprechend viel Platz beim Anlegen Ihres Gartenteichs ein. Jede Zone bietet einen Lebensraum für verschiedene Pflanzen, Tiere und Organismen.

Die Tiefenzone sollte zwischen 60 Zentimetern und einem Meter betragen. Die Sumpfzone ist idealerweise 20 bis 50 Zentimeter tief. Feucht- und Uferzone schließen sich an und leiten schrittweise zur Böschung über. Es ist nicht nur unter ästhetischen, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten wichtig, die Übergänge möglichst sanft zu gestalten. Der NABU empfiehlt eine maximale Steigung von 50 Prozent. Andernfalls löst sich die Erde am Ufer und bietet damit keinen zuverlässigen Halt mehr für Pflanzen.

Die Erdfläche für den entstehenden Gartenteich ist ausgehoben und in vier Stufen unterteilt. © Jeantrekkeur - stock.adobe.com

Stufenweise lässt sich der Gartenteich in seine vier Zonen unterteilen, anschließend muss er noch mit Folie ausgekleidet werden.

Die verschiedenen Zonen sind vor allem mit Blick auf die Pflanzenauswahl wichtig. Nicht jede Wasserpflanze steht gleich gern im Nass. Die Einteilung in unterschiedliche Bereiche bietet mehr Raum für Artenvielfalt und lockt viele Insekten an.

Gartenteich anlegen – Tipps für das Material der Grundierung

Damit das Wasser nicht im Erdreich versickert, erhält jeder Gartenteich eine Grundierung.

Beliebt ist der Einsatz von Teichfolie. Bestanden früher Teichfolien vor allem aus Polyvinylchlorid (PVC), sind heute Folien aus weichmacherfreien Kunststoffen erhältlich. Auch Folien aus synthetischem Kautschuk – Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Folien (EPDM) – stellen eine umweltfreundliche Alternative dar.

Eine besonders naturschonende Möglichkeit, Ihren Teich zu versiegeln, ist Ton. Um diesen verarbeiten zu können, benötigen Sie allerdings Erfahrung. Die Tonschicht sollte mindestens 30 Zentimeter dick sein. Einige Firmen stellen vorgefertigte Teichbecken aus Ton her, die nur in das Erdloch eingelassen werden müssen. Diese stellen vor allem eine gute Alternative zum herkömmlichen Fertigteich aus Hartplastik dar.

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Gartenteich mit Beton anzulegen. Für die Verarbeitung von Baustahlmatten sollten Sie jedoch ein wenig Routine im Umgang mit dem Material mitbringen.

Folienteich versus Teichbecken

Ob Folie oder Tonbecken: Beides hat Vor- und Nachteile. Ein Folienteich eignet sich vor allem, wenn Sie einen Teich mit individueller Form und einzigartigem Verlauf planen. Die einzelnen Folienstücke können Sie miteinander verkleben oder verschweißen. So können Sie die von Ihnen gewünschte Form und Größe ausheben und die Folie entsprechend anpassen.

Entscheiden Sie sich für ein Teichbecken, muss die Grube des Teichs den Maßen der Schale entsprechen. Im Gegensatz zur Teichfolie lässt sich der Rand des Beckens eher schwer kaschieren. Es entsteht häufig ein abrupter Übergang zwischen Wasser und Ufer. Darüber hinaus macht ein solcher Fertigteich es den Pflanzen schwerer, sich am Ufer anzusiedeln.

Ein kleiner Gartenteich besteht aus einem fertigen Teichbecken, um welches einige Pflanzen wachsen. © CC0 / smltd

Ein fertiges Teichbecken erleichtert die Arbeit beim Anlegen des Teichs.

Einen Folienteich im Garten richtig anlegen

Um die richtige Menge Teichfolie zu kaufen, müssen Sie vorab die Innenfläche Ihres Teichs berechnen. Als Erstes heben Sie die Grube für den Teich im Garten aus. Lagern Sie das Erdreich an der Seite. Sie benötigen es später, um den Umschlag der Folie zu befestigen. Bedecken Sie die ausgehobene Fläche mit einer Sandschicht. Es folgt ein Schutzvlies. Erst dann kommt die Teichfolie. Achten Sie darauf, dass alle eingesetzten Materialien elastisch sowie reiß- und kältefest sind.

Planen Sie etwas mehr Teichfolie für den Uferbereich ein. Die überstehende Folie bedecken Sie mit Erde. Das gibt der Folie Halt und schafft gleichzeitig einen Platz, an dem sich Pflanzen ansiedeln können. Außerdem schützt der zugeschüttete Überschlag davor, dass die Teichfolie bei Regen in den Teich rutscht.

Ökosystem Gartenteich – Pflanzen und Wasserqualität

Damit der Teich zu einem bunten Ökosystem wird, sind die Auswahl der Pflanzen und die Wasserqualität ausschlaggebend. Das richtige Verhältnis von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid sorgt unter anderem dafür, dass der Teich nicht von Algen besiedelt wird.

Platzieren Sie Taschen und Körbe mit Nährboden in dem ausgehobenen Teich. Sie bilden das Fundament für die Wurzeln der Wasserpflanzen. Schilf oder Rohrkolben verleihen dem eigenen Garten einen Küstenflair. Darüber hinaus sind beide Wasserpflanzen Schattenspender und sorgen im Winter dafür, dass der Teich nicht zufriert. Das ist wichtig für den Sauerstoffgehalt des Wassers in der kalten Jahreszeit.

Im Gespräch mit dem MDR erklärt der Thüringer Naturschützer und Insektenforscher Ronald Bellstedt: „Gerade bei kleineren Teichen muss man nichts extra kaufen, die besiedeln sich schnell von allein.“ Ist es geplant, einen größeren Teich anzulegen, können Sie in der Nachbarschaft nach Pflanzenablegern fragen oder sich im Fachhandel beraten lassen. Laut Bellstedt dürfe man Pflanzen aus nahe liegenden Gewässern entnehmen, „sofern es nicht in einem Naturschutzgebiet liegt.“

Achten Sie darauf, wie stark welche Pflanze wächst, und dünnen Sie stark wuchernde Exemplare regelmäßig aus. So bleiben genug Sonnenlicht und Nährstoffe für andere, kleine Pflanzenarten. Das gilt zum Beispiel für die Seerose. Diese sieht zwar schön aus, ist aber eher etwas für erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner. Die Seerose breitet sich in kurzer Zeit über den ganzen Teich aus und deckt ihn ab. Die Folge: Der entstehende Schatten führt zu Sauerstoffmangel im Wasser und die Organismen darin sterben ab.

Eine rosafarbene Seerose wächst im Teich. © CC0 / MabelAmber

Seerosen bedecken schnell den gesamten Teich und verdunkeln so die Wasseroberfläche.

Gartenteiche bepflanzen und das Ansiedeln von Tieren fördern

Wer sich Tiere im und am Teich wünscht, kann mit der richtigen Pflanzenwahl viel dazu beitragen, dass sie sich niederlassen. Setzen Sie auf heimische Pflanzen wie Hornblatt, Seekannen, Binsen und Rohrkolben. Die Wasserlinse spendet als Schwimmblattpflanze Schatten und hilft gegen Algen.

Die einzelnen Pflanzen bevorzugen unterschiedliche Wassertiefen und sorgen im Zusammenspiel dafür, dass das Gleichgewicht im gesamten Teich erhalten bleibt. An der Uferzone können sich zum Beispiel Binsen und Trollblumen gut ansiedeln. Sie filtern Schadstoffe aus dem Wasser und sorgen für eine gute Wasserqualität. Die Trollblume lockt mit ihrer farbenfrohen Blüte außerdem Insekten an. In der Sumpfzone sorgen Zungenhahnenfuß und Rohrkolben für einen ausgeglichenen Sauerstoffhaushalt zu jeder Jahreszeit. Außerdem finden Amphibien hier ein Versteck. Im tiefsten Bereich des Gartenteichs fühlt sich Feengras besonders wohl. In seinem Halmdickicht finden Tiere einen Platz zum Laichen.

Artenreicher Naturteich – das sollten Sie beachten

In Deutschland ist es verboten, Tiere wie Frösche oder kleine Fische aus öffentlichen Gewässern in den eigenen Teich umzusiedeln. Ohnehin sehen Expertinnen und Experten Fische im Gartenteich als ökologisch kontraproduktiv an. Sie wühlen auf der Suche nach Nahrung den Grund auf und verunreinigen mit ihren Ausscheidungen das Wasser. Dieses wird ohne Filteranlage bald trüb. Aber noch viel wichtiger ist: Zur Nahrung von Fischen zählt unter anderem der Laich von Amphibien, denen der Naturteich ja eigentlich eine Heimat bieten soll.

Ein Frosch sitzt im Teich und ist umgeben von Wasserlinsen. © CC0 / Richard Fletcher

Wer darauf hofft, dass sich Frösche im Gartenteich ansiedeln, sollte auf Fische verzichten.

Wer dennoch nicht auf Fische verzichten möchte, sollte auf heimische Schwarmfische setzen. Kaufen Sie mindestens zehn Fische, damit sich – wie der Name sagt – ein Schwarm bilden kann. Dann fühlen sich die Tiere wohl. Vergessen Sie jedoch nicht, eine entsprechende Filteranlage einzuplanen.

Die chinesische Teichmuschel wird oft als Alternative zur Filteranlage eingesetzt. Die Muschel ernährt sich von den Partikeln im Wasser und ist damit ein natürliches Filtersystem. Allerdings raten Expertinnen und Experten von dieser Variante ab, da die Teichmuschel bereits auswildert. Letztlich gilt auch hier die Empfehlung, den Gartenteich als ein in sich stabiles Ökosystem anzulegen, das keine externe Filterung benötigt.

Gartenteiche anlegen – woher kommt das Wasser?

Vor der Befüllung des Teichs mit Wasser müssen Sie zwei Fragen klären. Erstens: Welches Volumen hat Ihr Gartenteich? Zweitens: Woher kommt das Wasser für Ihren Teich?

Wer den Platz und die Möglichkeit hat, kann mithilfe einer Tonne und Zisterne Regenwasser sammeln. Das schont nicht nur Ihren Geldbeutel. Sie füllen Ihren Naturteich auch mit Wasser, wie es in der freien Natur vorkommt. Die Entnahme aus öffentlichen Gewässern ist von Kommune zu Kommune unterschiedliche geregelt. Informieren Sie sich daher bei der für Sie zuständigen Behörde – vor allem, wenn Ihr Teich groß angelegt ist.

Gartenteich richtig anlegen – weitere Tipps

  • Für die Pflanzen am Rand des Teichs bildet dieser eine Wasserquelle. Um zu verhindern, dass die Erde um den Teich herum ihm das Wasser entzieht, ist der Einbau einer sogenannten Kapillarsperre notwendig. Auf diese Weise wird die Qualität des Wassers sichergestellt, die wichtig für einen gesunden und artenreichen Teich im Garten ist.
  • In einem Schwimmteich kommt kein Chlor zum Einsatz. Da beim Baden Bakterien und andere externe Einflüsse in das Wasser gebracht werden, ist jedoch eine Filteranlage notwendig. Wenn Sie einen Schwimmteich anlegen möchten, brauchen Sie demzufolge einen Stromanschluss – darauf sollten Sie bereits bei der Planung achten.
  • Und noch eine weitere Sache kann beim Anlegen des Teichs im Garten viel Ärger ersparen. Zwar können Sie Form und Größe Ihres Teichs nach Belieben planen. Allerdings benötigen Sie ab einer gewissen Größe eine Baugenehmigung. Dies sollten Sie mit dem für Sie zuständigen Amt abklären.
  • Springbrunnen, Kanäle und Beleuchtung – es gibt viele Extras, die Ihren Teich optisch aufwerten sollen. Jedoch sollten Sie bedenken, dass viele dieser Zusatzfunktionen Strom benötigen. Die Beleuchtung kann gerade nachts Insekten irritieren. Daher sollten Sie sich überlegen, ob Sie solche Extras einsetzen möchten.

Gartenteich anlegen und bepflanzen – mit Geduld

Ein Naturteich mit verschiedenen Pflanzen, die Schatten spenden und Schutzorte bilden, lädt Vögel, Insekten, Amphibien und andere Tiere ein, sich niederzulassen. Das passiert nicht von heute auf morgen. Nehmen Sie also Platz, haben Sie ein wenig Geduld und beobachten Sie, wie sich die Natur Ihren Teich zunutze macht.

 

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Bildquellen

  • rohrkolben: © CC0 / Couleur
  • zonen-im-gartenteich: © Jeantrekkeur - stock.adobe.com
  • gartenteich-mit-teichbecken: © CC0 / smltd
  • seerose: © CC0 / MabelAmber
  • frosch-im-teich: © CC0 / Richard Fletcher
  • gartenteich: © sonne_fleckl - stock.adobe.com

Stefanie Schweizer arbeitet als freie Texterin. Eigentlich ist sie studierte Literaturwissenschaftlerin, doch schlägt ihr Herz auch für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Besonders angetan haben es ihr die grünen Fragen des Alltags und das Gärtnern auf engem Raum.

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