China-Projekt

Bio-Seiden-Projekt in China – wir nehmen den Klimaschutz selbst in die Hand

Kurz für Sie zusammengefasst: Zusammen mit unserem Partner Soil & More Impacts (SMI) stellen wir ein Modellprojekt in China auf die Beine. Das Projekt verbindet nicht nur Bio-Landwirtschaft und Klimaschutz. Es soll Kleinbauern auch eine berufliche Perspektive auf dem Land bieten und der chinesischen Regierung zeigen, was Bio-Landbau alles kann.

Unser Unternehmen ist seit 2006 klimaneutral. Das bedeutet, dass wir jedes Jahr die nicht vermeidbaren Treibhausgasemissionen, die unter anderem für Versand, Arbeitswege oder Energieverbrauch anfallen, durch Ausgleichzahlungen kompensieren. Bis 2018 haben wir die Kompensation durch den Kauf von CO₂-Zertifikaten bewerkstelligt. Ab sofort können wir unsere Emissionen durch ein hauseigenes landwirtschaftliches Projekt ausgleichen.

Chinesische Seide aus biologischem Anbau

Die Raupen der Maulbeerspinner
Die Raupen der Maulbeerspinner

Auf Initiative unseres ehemaligen Eigentümers Ernst Schütz haben wir in China ein Projekt für Bio-Seidenanbau ins Leben gerufen. Mithilfe einer Förderung der DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft) können wir das Projekt weiter ausbauen. Es befindet sich in der chinesischen Provinz Sichuan. Dort haben wir eine Beteiligung an dem Unternehmen OTEX (Organic Textiles). OTEX ist der erste Produzent von Bio-Seide in China. Das Unternehmen verarbeitet Seide zu verschiedenen Produkten, die wir bei Waschbär verkaufen.

Die Seide stammt von Maulbeerspinnern, die von rund 250 Landwirten und ihren Familien gezüchtet werden. Die Raupen der Maulbeerspinner fressen, wie ihr Name schon verrät, nur die Blätter von Maulbeerbäumen. Die Bäume werden kontrolliert biologisch ohne Pestizide und chemisch-synthetische Düngemittel angebaut. Die Aufzucht der Seidenraupen bietet den Bauernfamilien aus fünf Dörfern eine Lebensgrundlage und wirkt so der massiven Flucht der ländlichen Bevölkerung in die Städte entgegen.

China denkt in Sachen Nachhaltigkeit um

Ein anderes Problem, mit dem China zu kämpfen hat, ist die massive Umweltverschmutzung, bedingt durch die rasante wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Mittlerweile nimmt die chinesische Regierung die damit verbundenen Risiken ernst. Sie hat eine nachhaltigere Entwicklung als eines ihrer zentralen Ziele definiert. Das sind gute Voraussetzungen, um auch den biologischen Landbau in China voranzutreiben. Und genau hier setzten wir an.

Bio-Landwirtschaft leistet einen Beitrag zum Klimaschutz

Wir haben unseren Klimaschutz-Partner Soil & More Impacts (SMI) damit beauftragt, die Landwirte in den Dörfern, in denen unsere Bio-Seide erzeugt wird, theoretisch und praktisch in Sachen Bio-Landbau zu schulen. Ziel ist, einen landwirtschaftliche Modellbetrieb aufzubauen, der als Vorbild für die Produktion von Bio-Seide in China dient. Das Projekt soll demonstrieren, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung nicht nur möglich, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist und noch dazu einen Beitrag für den Klimaschutz leisten kann. So schult Soil & More Impacts die Bauern zum Beispiel darin, wie sie durch eine belüftete Kompostierung die Emission von Klimagasen möglichst gering halten können.

Mittlerweile liegen uns erste Ergebnisse aus dem Projekt vor: 2019 konnten einerseits durch die Maulbeerbäume, deren Blätter als Futter für die Seidenraupen dienen, und anderseits durch die belüftete Kompostierung 2900 Tonnen CO₂-Äquivalente (CO₂e) eingespart werden. Für das in der Baum-Biomasse gebundene und in der Kompostierung reduzierte CO₂ erhält das Projekt Geld von uns. Wir finanzieren die klimaschützenden Maßnahmen gegen und kompensieren so unsere Treibhausgasemissionen.

Bio made in China

Derzeit sind 250 Familien und fünf Dörfer an unserem Projekt beteiligt. Zukünftig sollen es mehr Familien und mehr Dörfer in der Umgebung werden. Damit das klappt, müssen die Regierung und die Bauern überzeugt sein, dass sich das Ganze auch ökonomisch wirklich lohnt. Ziel unseres Projektes ist es daher auch, die Einkommenssituation der Landwirte zu verbessern und insbesondere jungen Menschen eine Perspektive auf dem Land zu bieten. Von SMI bekommen die Landwirte daher auch Tipps, wie sie zwischen den Maulbeerbäumen Nebenprodukte biologisch kultivieren können. Die Vermarktung von weiteren Bio-Produkten macht sie unabhängiger von der Seidenproduktion und bringt ihnen zusätzliches Einkommen. Denn nicht nur die Regierung denkt um. Mehr und mehr Chinesen interessieren sich für unbelastete Bio-Lebensmittel. Wer es sich leisten kann, kauft Importprodukte aus dem Ausland. Denn chinesische Bio-Produkte sind derzeit noch Mangelware. Mit unserem landwirtschaftlichen Modellprojekt wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass sich das in Zukunft ändert.