Einfach selbst gemacht: klassisches Stockbrot mit Hefeteig

Egal ob im Sommer oder Winter, wenn wir ein Lagerfeuer im Garten anzünden, darf Stockbrot bei uns meistens nicht fehlen. Für eine kleine Stärkung zwischendurch, als Beilage zum Grillen oder außergewöhnlich gewürzt oder gefüllt schmeckt es uns allen immer gut. Welches Rezept uns am besten schmeckt und wie man es raffiniert abwandeln kann, möchte ich Ihnen gern verraten.

Das Stockbrot – ein Brot mit Tradition

Zur ursprünglichen Herkunft von Stockbrot ist nicht viel bekannt. Man geht aber davon aus, dass es schon zu frühen Zeiten Tradition war, Brot auf diese Weise über dem Feuer zu backen. Das Stockbrot wird meist aus Hefeteig hergestellt, Sie können aber auch einen Quark-Öl-Teig oder sogar einen Laugenteig herstellen. 

In der Schweiz wird das Brot als „Schlangenbrot“ bezeichnet, da sich der Teig um den Stock schlängelt. Im Osten Deutschlands hingegen kennt man es auch unter dem Namen „Knüppelteig“ oder „Knüppelbrot“, weil es an die Form eines Knüppels erinnert. 

Welche Stöcke eignen sich für das Stockbrot?

Nicht alle Holzarten eignen sich für die Zubereitung von Stockbrot, denn einige Holzarten sind giftig. Auf keinen Fall sollten Sie Stöcke vom Holunder oder gar der extrem giftigen Eibe nutzen. Bambus, Fichte oder Tannenholz brennen sehr schnell und sind daher ebenfalls nicht von Vorteil. Bestens geeignet sind hingegen Stöcke von der Weide, der Buche, der Birke oder der Hasel. Die Stöcke sollten eine Länge von 100–140 Zentimetern haben, gerade gewachsen und etwa fingerdick sein. Wenn Sie Ihr Stockbrot über dem Grill backen möchten, können die Stöcke natürlich auch kürzer sein. 

Vorbereitung der Stöcke und des Feuers

Um genügend Glut für das Stockbrot zu erhalten, sollten Sie sich schon frühzeitig um das Feuer kümmern. Verbrennen Sie nur unbehandeltes Holz, damit keine giftigen Dämpfe in das Brot aufsteigen können. In der Zeit, in der sich eine schöne Glut bildet, können Sie sich um die Stöcke kümmern. Diese dürfen nicht zu trocken sein. Entfernen Sie die Rinde an der Fläche, über die das Stockbrot gewickelt wird, mit einem Schnitzmesser. Spitzen Sie den Stock danach etwas an. Diese Aufgaben kann auch Ihr Kind übernehmen, wenn Sie dabei sind. Schließlich müssen das Schnitzen und das Feuermachen geübt werden. Kinder können auch schon in jungen Jahren den sicheren Umgang mit Feuer lernen. Sobald genug Glut angefallen ist, können Sie einen kleinen Gluthaufen auf die Seite schieben, über dem später das Stockbrot zubereitet wird.

Ein kleiner Junge sitzt vor der Feuerschale und hält sein Stockbrot über das Feuer.
Das Stockbrot schmeckt Kindern umso besser, wenn es selbst über das Feuer gehalten wird.

Rezept für ein klassisches Stockbrot mit Hefeteig

Hier können Sie das Rezept für das Stockbrot als PDF herunterladen.

Zutaten

  • 300 g Dinkelmehl (Type 1050)
  • 100 g Weizenmehl
  • ½ Päckchen frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
  • 200 ml Sahne
  • 20 ml Wasser
  • ½ TL Salz
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Prise Zucker

Zubereitung

  1. Wasser und Sahne erhitzen, bis sie lauwarm sind.
  2. Frische Hefe: Hefe in die Wasser-Sahne-Mischung bröseln und rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Trockenhefe: Die Hefe einfach unter die Mehlmischung geben.
  3. Die beiden Sorten Mehl miteinander vermengen. 
  4. Alle weiteren Zutaten mit der Wasser-Sahne-Hefe-Mischung vermischen und mindestens fünf Minuten durchkneten, bis ein weicher, glatter Teig entsteht. 
  5. Den Teig befeuchten, in eine Schüssel geben und mit einem feuchten Tuch abdecken. 
  6. Den Teig im Kühlschrank sechs Stunden ruhen lassen.
  7. Im Anschluss den Teig nochmals durchkneten und eine Stunde bei Zimmertemperatur gehen lassen.
  8. Auf vorbereitete Stöcke dünn aufdrehen, sodass kein Holz mehr zu sehen ist. Mit etwa 20 Zentimetern Abstand zur Glut für ungefähr 15 Minuten backen und dabei immer wieder drehen. 

Tipps und Variationsmöglichkeiten rund um das Stockbrot

  • Mischen Sie Kräuter und Gewürze unter den Teig. Gehackte getrocknete Tomaten oder gehackte Oliven passen ebenfalls prima dazu. Sie können aus dem Grundteig auch mehrere unterschiedlich gewürzte Teigvarianten gleichzeitig herstellen. 
  • Rosinen, Nüsse und Schokoladenraspel im Teig verarbeitet, finden süße Schleckermäulchen besonders lecker. 
  • Eine Variante mit Käse, die Sie unbedingt probieren sollten: Schneiden Sie dünne Käsestangen zurecht. Das fertig gebackene Stockbrot vom Stock abziehen, die Käsestange in das Brot schieben und kurz warten, bis der Käse geschmolzen ist. Ebenfalls sehr zu empfehlen: statt Käse einen Schokoriegel in das fertig gebackene Stockbrot stecken.
  • Sie können auch andere Mehlsorten nutzen oder das Mischungsverhältnis etwas abändern. 
  • Statt Sahne können Sie problemlos Pflanzenmilch verwenden. Oder Sie ersetzen die Flüssigkeit vollständig durch Wasser – dann sollten Sie jedoch etwas weniger nehmen. Das Brot wird dadurch ein bisschen krosser.
  • Sie brauchen nicht unbedingt ein offenes Feuer: Wickeln Sie das Brot um die Stiele von Holzlöffeln und backen Sie das Brot bei 200 °C für zehn bis 15 Minuten im Backofen. 
  • Den Teig so eng wie möglich um den Stock wickeln, damit er über dem Feuer auf keinen Fall abfällt.
  • Mit den Glutresten lassen sich hübsche Löffel für die nächste Gartenparty herstellen. Wie das Glutbrennen funktioniert, erfahren Sie im Waschbär-Magazin.
  • Wickeln Sie den Teig um ein Würstchen, haben Sie einen leckeren Hotdog.
  • Falls Sie zu viel Stockbrotteig gemacht haben, können Sie ihn portionsweise einfrieren. So haben Sie immer einen leckeren Snack für ein spontanes Lagerfeuer parat.

Wir lieben die Vielfältigkeit des Stockbrotes und dass wir dabei in geselliger Runde zusammensitzen können. Vor allem aber sind die Kinder jedes Mal sehr glücklich, wenn es heißt, dass wir ein Lagerfeuer mit Stockbrot planen. Da wird bei der Teigzubereitung, beim Feuermachen und beim Stöckeschnitzen immer sehr gern mitgeholfen. 

Viel Spaß beim nächsten Abenteuer! 

 

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